Einleitung
Die Carbon-Force-Reihe ist bei Wilson der Schritt über die Optix-Einsteigerschläger hinaus. Neben dem normalen Carbon Force gibt es eine Lite- und eine Pro-Version. Wir hatten das Basismodell im Test: Tropfenform, Carbon, weicher EVA-Kern, um die 365 Gramm, Balance bei rund 26,5 cm.
Er richtet sich an Spieler, die gerade anfangen oder ein paar Monate dabei sind und keinen Schläger wollen, aus dem sie nach einem halben Jahr herausgewachsen sind. Uns hat interessiert, ob er dafür genug Druck mitbringt und trotzdem weich genug für Einsteiger bleibt.
Spielgefühl
Das Treffgefühl ist weicher, als „Carbon“ im Namen vermuten lässt. Der EVA-Kern schluckt einen guten Teil der Vibrationen, unsauber getroffene Bälle landen meistens trotzdem noch im Feld. Nach zwei Stunden hatten wir kein Ziehen im Unterarm.
Mit rund 26,5 cm liegt die Balance recht neutral. Am Netz bekommst du ihn schnell hoch, und er fühlt sich stabiler an als weiche Glasfaser-Modelle wie der Optix V1.
Bei sehr harten Bällen vom Gegner gibt der Schläger etwas nach, der Ball geht dann nicht ganz so genau dahin, wo du ihn haben willst. Auf Einsteiger- und Freizeitniveau fällt das kaum ins Gewicht.
Power vs. Kontrolle
Power: Mehr als bei den reinen Glasfaser-Einsteigern, aber kein Vergleich zu einem harten Carbon-Diamanten. Lange Bälle aus der Defensive bekommst du ohne viel Kraftaufwand an die Grundlinie, Bandejas haben etwas Zug. Beim Smash fehlt der letzte Druck, der weiche Kern nimmt Tempo raus.
Kontrolle: Lobs, Bandejas und Volleys gehen ruhig vom Schläger, der Ballabgang ist berechenbar. Die strukturierte Oberfläche und die Sharp-Hole-Bohrung helfen beim Slice. Ganz so viel wie ein runder Schläger verzeiht er nicht, weil der Sweet Spot etwas höher sitzt. Wer den Ball oft weit unten trifft, merkt das.
Fazit
Der Wilson Carbon Force ist ein guter Schläger für Einsteiger, die gleich etwas Solides wollen, und für Freizeitspieler, die mehr Länge suchen als bei einem weichen Rundschläger. Er bleibt komfortabel und verzeiht viel, gibt dir aber genug Druck, um eine Weile mitzuwachsen.
Gegenüber dem Optix V1 und dem Optix V2 Lite bekommst du mehr Länge und Stabilität, zahlst aber auch deutlich mehr. Preislich und vom Konzept her liegt er nah am Babolat Air Origin, der ebenfalls Tropfenform und weichen Kern hat. Wer ihn um die 100 Euro bekommt, macht nichts falsch.



