Padel spielt man zu viert im Doppel auf einem 20 mal 10 Meter großen Court, der von Glaswänden und Gittern umgeben ist. Du schlägst den Ball über das Netz, entweder direkt aus der Luft oder nachdem er einmal auf deiner Seite aufgesprungen ist. Danach darf er auch von der Glaswand abprallen, bevor du ihn spielst. Aufgeschlagen wird unterhand. Für den Anfang brauchst du kaum Ausrüstung und keine Vorkenntnisse. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie du deine erste Stunde so planst, dass ihr am Ende schon ein kleines Match spielt.
Deine erste Stunde im Überblick
Wenn ihr zu viert ohne Trainer startet, könnt ihr die Stunde so aufteilen. Das bringt euch in 60 Minuten vom ersten Ballkontakt bis zum ersten gezählten Spiel:
| Minute | Übung und Ziel |
|---|
| 0 bis 10 | Aufwärmen: Gelenke und Beine auf Seitwärtsbewegungen vorbereiten |
| 10 bis 20 | Mini-Padel am Netz: Ballgefühl und kurze Volleys |
| 20 bis 30 | Grundschläge von hinten: Vorhand und Rückhand mit kurzem Schwung |
| 30 bis 40 | Bälle aus der Rückwand: Die typische Padel-Situation kennenlernen |
| 40 bis 45 | Aufschlag üben: Den Unterhand-Aufschlag sicher ins Feld bringen |
| 45 bis 60 | Erstes Match: Mit Zählen spielen und die Positionen im Doppel ausprobieren |
Vor der ersten Stunde: Court, Mitspieler und Ausrüstung
Court buchen
Padel-Courts bucht ihr meist online, über die Website der Anlage oder eine Buchungs-App wie Playtomic. Welche Anlagen es in deiner Stadt gibt, siehst du in unserem Padel-Court-Atlas. Eine Platzstunde kostet in Deutschland im Median 25 Euro in der Nebenzeit und 32 bis 34 Euro zur Hauptzeit. Zu viert zahlt also jeder etwa 6 bis 9 Euro. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber Was kostet Padel wirklich?
Drei Mitspieler finden
Padel ist ein Doppelsport, ihr braucht also vier Leute. Wenn dir Mitspieler fehlen, ist ein Schnupper- oder Anfängerkurs der einfachste Einstieg: Viele Anlagen bieten solche Kurse an, sie kosten etwa 20 bis 40 Euro pro Person, und Court, Schläger und Bälle sind oft schon enthalten. Seid ihr nur zu zweit, könnt ihr auch Einzel spielen, wie das geht, erklären wir im Ratgeber Padel Einzel spielen.
Was du mitbringst
- Schläger: Für die erste Stunde musst du nichts kaufen. Die große Mehrheit der Anlagen in unserem Court-Atlas verleiht Schläger, meist für 3 bis 4 Euro, manchmal kostenlos.
- Schuhe: Tennisschuhe reichen für die ersten Stunden. Laufschuhe sind wegen der fehlenden Seitenstabilität keine gute Idee, glatte Hallenschuhe rutschen auf dem sandigen Kunstrasen weg. Details findest du in unserem Schuh-Ratgeber.
- Bälle: Eine Dose mit drei Bällen kostet 8 bis 12 Euro. Klärt vorher, ob jemand eine mitbringt oder ob die Anlage welche verkauft.
- Kleidung und Wasser: Normale Sportkleidung und eine Trinkflasche genügen.
Was du später wirklich brauchst, wenn du dabei bleibst, haben wir in unserem Überblick zur Padel-Ausrüstung für Einsteiger zusammengestellt.
Minute 0 bis 10: Aufwärmen
Padel besteht aus vielen kurzen Sprints, Stopps und Seitwärtsschritten. Gerade beim ersten Mal, wenn die Bewegungen noch ungewohnt sind, lohnt sich ein kurzes Aufwärmen für Sprunggelenke, Knie, Schultern und Unterarme. Eine fertige Routine findest du in unserem Ratgeber Padel Aufwärmen in 10 Minuten.
Griff und Grundstellung
Bevor der erste Ball fliegt, zieh die Handschlaufe am Schlägergriff über dein Handgelenk. Sie ist laut den offiziellen Padel-Regeln Pflicht und verhindert, dass dir der Schläger bei einem schnellen Schlag aus der Hand rutscht.
Für den Einstieg eignet sich der Kontinentalgriff, auch Hammergriff genannt: Du hältst den Schläger so, als wolltest du mit seiner Kante einen Nagel einschlagen. Mit diesem einen Griff spielst du Vorhand, Rückhand, Volley und Aufschlag, ohne umgreifen zu müssen. Halte den Griff locker, ein verkrampftes Handgelenk kostet Kontrolle und belastet den Arm.
In der Grundstellung stehst du leicht in den Knien, das Gewicht auf den Fußballen, den Schläger vor dem Körper etwa auf Brusthöhe. Aus dieser Haltung kommst du nach jedem Schlag schnell in beide Richtungen.
Minute 10 bis 20: Mini-Padel am Netz
Stellt euch paarweise gegenüber, etwa zwei bis drei Meter vom Netz entfernt, und spielt euch den Ball weich aus der Luft zu. Es geht nicht um Tempo, sondern um saubere Treffer. Für den Volley brauchst du kaum Ausholbewegung: Den Schläger vor dem Körper halten, den Ball vor dir treffen und ihn kurz nach vorne „blocken“. Zählt mit, wie viele Ballkontakte ihr am Stück schafft, und versucht, die Zahl zu steigern.
Minute 20 bis 30: Grundschläge von hinten
Jetzt geht ihr zurück, etwa zwei Meter vor die Rückwand. Ein Spieler spielt dem anderen den Ball nach dem Aufspringen zu, der andere schlägt ihn mit Vorhand oder Rückhand zurück. Wichtig ist eine seitliche Stellung zum Ball und ein deutlich kürzerer Schwung als im Tennis. Treffe den Ball vor dem Körper und schwinge von unten nach oben, sodass er sicher über das Netz fliegt.
Wenn du Tennis kennst, wirst du anfangs zu weit ausholen und zu fest schlagen. Im Padel kommt ein harter Ball oft von der gegnerischen Rückwand zurück und landet bequem beim Gegner. Kontrolle schlägt Tempo, gerade am Anfang.
Minute 30 bis 40: Der Ball aus der Rückwand
Das ist die Situation, die Padel von allen anderen Rückschlagsportarten unterscheidet, und die, die Einsteiger am meisten überrascht. Fliegt ein Ball über dich hinweg, musst du ihn nicht mehr vor der Wand erreichen. Er darf nach dem Aufspringen auf deiner Seite von der Glaswand abprallen, und du spielst ihn danach.
So übt ihr es: Ein Spieler steht am Netz und spielt den Ball so, dass er hinter der Grundlinie aufspringt und gegen die Rückwand fliegt. Der Spieler hinten
- lässt den Ball an sich vorbeifliegen und dreht sich seitlich zur Wand,
- verfolgt ihn mit den Augen und geht ein, zwei Schritte mit nach hinten,
- wartet, bis der Ball von der Scheibe zurückkommt und wieder etwas fällt,
- und spielt ihn dann mit kurzem Schwung nach vorne über das Netz.
Der häufigste Fehler ist, zu nah an der Wand zu stehen. Dann kommt der Ball direkt in deinen Körper. Lass lieber etwas Abstand und geh dem Ball entgegen, wenn er zurückkommt. Ein zweiter typischer Fehler: zu früh schlagen, bevor der Ball wieder herunterkommt.
Minute 40 bis 45: Aufschlag ohne Druck
Der Padel-Aufschlag ist einfacher als im Tennis. Du stehst hinter der Aufschlaglinie, lässt den Ball einmal vor dir aufspringen und schlägst ihn unterhand, höchstens auf Hüfthöhe getroffen, diagonal ins gegnerische Aufschlagfeld. Wie im Tennis hast du zwei Versuche. Für den Anfang reicht es, den Ball sicher ins Feld zu bringen. Technik, Platzierung und typische Fehler erklären wir ausführlich im Ratgeber Padel-Aufschlag richtig lernen.
Minute 45 bis 60: Dein erstes Match
Für das erste Match brauchst du nur eine Handvoll Regeln:
- Ein Aufsprung: Der Ball darf auf deiner Seite höchstens einmal auf dem Boden aufkommen. Du kannst ihn auch vorher aus der Luft spielen, nur den Return nach dem Aufschlag musst du nach dem Aufspringen schlagen.
- Eigene Wände nutzen: Nach dem Aufsprung darf der Ball auf deiner Seite von Glas oder Gitter abprallen, du spielst ihn danach weiter.
- Nicht an die gegnerische Wand: Fliegt dein Ball ohne Bodenkontakt direkt an die Wand oder das Gitter auf der Gegnerseite, verlierst du den Punkt.
- Netz nicht berühren: Berührst du das Netz mit Schläger oder Körper, geht der Punkt an die Gegner.
- Zählen wie im Tennis: 15, 30, 40, Spiel. Für das erste Match bietet sich der Golden Point an: Bei 40:40 entscheidet ein einziger Punkt, so ziehen sich die Spiele nicht in die Länge.
Alle Regeln findest du in unseren Padel-Regeln für Anfänger, die genaue Zählweise mit Tie-Break und Seitenwechsel im Ratgeber Padel-Zählweise erklärt. Für eine Stunde Spielzeit reicht oft ein kurzer Satz, zum Beispiel bis vier gewonnene Spiele.
Positionen im Doppel: Zusammen vor, zusammen zurück
Im Doppel teilt ihr euch die Breite eurer Hälfte: Ein Spieler deckt die rechte, der andere die linke Seite ab. Für den Anfang ist es egal, wer wo spielt, probiert ruhig beide Seiten aus.
Wichtiger ist, dass ihr euch gemeinsam bewegt, als wärt ihr mit einem Seil verbunden. Geht einer ans Netz, geht der andere mit. Spielt der Gegner einen hohen Ball über euch hinweg, lauft ihr beide zurück. Am Netz seid ihr im Vorteil, weil ihr den Ball früh und mit Winkel spielen könnt. Bälle durch die Mitte sind am Anfang die häufigste Fehlerquelle, deshalb sprecht euch ab und ruft laut „ich“ oder „du“. Wie die Positionen später taktisch genutzt werden, erklären wir im Ratgeber zu Padel-Schlagarten und Doppel-Taktik.
Sicherheit und Etikette auf dem Court
- Handschlaufe tragen: Immer, auch beim Einspielen.
- Abstand zum Partner: Im Doppel steht ihr manchmal dicht beieinander. Schwing nicht in Richtung deines Partners, wenn er neben dir steht, und lass im Zweifel den Ball für ihn.
- Nicht auf den Körper zielen: Gerade unter Einsteigern gilt: Steht ein Gegner direkt am Netz, spiel den Ball nicht mit voller Wucht auf ihn.
- Bälle vom Nachbarcourt: Rollt ein Ball auf den Nachbarplatz, wartet, bis dort der Ballwechsel vorbei ist, bevor ihr ihn holt oder zurückbittet.
- Pünktlich vom Platz: Nach euch hat meist schon jemand gebucht. Sammelt die Bälle ein und räumt den Court zur vollen Stunde.
Typische Anfängerfehler in der ersten Stunde
| Fehler | Besser |
|---|
| Zu weit ausholen und zu fest schlagen | Kurzer Schwung, Ball kontrolliert über das Netz spielen |
| Zu nah an der Rückwand stehen | Abstand halten und dem zurückkommenden Ball entgegengehen |
| Den Ball vor der Wand unbedingt erreichen wollen | Ball vorbeilassen und nach dem Abprall spielen |
| Allein ans Netz laufen | Gemeinsam mit dem Partner vor- und zurückgehen |
| Den Schläger verkrampft festhalten | Locker greifen, erst im Treffmoment etwas fester |
| Schweigend spielen | Bälle in der Mitte laut ansagen |
Nach der ersten Stunde: So geht es weiter
Hat es dir Spaß gemacht, sind das sinnvolle nächste Schritte:
- Einen Anfängerkurs buchen: Ein Trainer korrigiert Griff, Schwung und Wandspiel schneller, als du es allein herausfindest.
- Regelmäßig spielen: Eine feste Gruppe, die einmal pro Woche bucht, bringt am meisten Fortschritt und teilt die Kosten zuverlässig.
- Dein Level einordnen: Wenn du über Apps Mitspieler suchst, hilft dir unser Ratgeber zum Playtomic Level, dich ehrlich einzustufen.
- Eigene Ausrüstung: Erst wenn du sicher dabei bleibst, lohnt sich ein eigener Schläger. Für den Anfang empfehlen wir eine runde Kopfform mit großem Sweet Spot, passende Modelle findest du in unserer Bestenliste für Anfänger oder in der Vergleichstabelle, gefiltert auf runde Anfänger-Schläger.
Häufige Fragen: Wie spielt man Padel?
Wie spielt man Padel in einfachen Worten?
Zu viert im Doppel auf einem Court mit Glaswänden. Der Ball darf auf deiner Seite einmal aufspringen und danach von der Wand abprallen, bevor du ihn über das Netz zurückspielst. Aufgeschlagen wird unterhand, gezählt wie im Tennis.
Kann man Padel ohne Vorkenntnisse spielen?
Ja. Du brauchst weder Tennis- noch andere Schlägersporterfahrung. Wer Tennis spielt, profitiert vom Ballgefühl, muss aber den Schwung verkürzen und das Spiel mit der Wand neu lernen.
Brauche ich für die erste Stunde einen eigenen Schläger?
Nein. Die meisten Anlagen verleihen Schläger für wenige Euro. Kauf dir erst einen eigenen, wenn du regelmäßig spielst.
Wie viele Spieler braucht man für Padel?
Vier für ein normales Doppel. Zu zweit könnt ihr auf einem Single Court oder mit vereinbarten Regeln auf einem Doppelcourt spielen.
Darf man den Ball direkt aus der Luft spielen?
Ja, Volleys sind erlaubt und am Netz sogar die Regel. Nur den Return musst du nach dem Aufspringen des Aufschlags spielen.