Was ist Padel? Ein Rückschlagspiel im Doppel: zwei gegen zwei auf einem Court von 20 mal 10 Metern, der rundum von Glaswänden und Gitter eingefasst ist. Gespielt wird mit einem kurzen, saitenlosen Schläger und einem Ball, der fast wie ein Tennisball aussieht. Der Kniff sind die Wände. Springt der Ball in deinem Feld auf und prallt dann von der Rückwand ab, darfst du ihn trotzdem noch spielen. Erfunden wurde Padel 1969 in Mexiko, groß geworden ist es in Spanien und Argentinien. In Deutschland stehen inzwischen über 2.000 Courts, und es werden jeden Monat mehr.
Doppel auf 20 × 10 Metern mit Wänden ringsum
Ein Padel-Court ist ein Rechteck von 20 Metern Länge und 10 Metern Breite, in der Mitte steht ein Netz. Das Netz ist in der Mitte 88 Zentimeter hoch und steigt zu den Pfosten auf höchstens 92 Zentimeter an. Hinter dir steht eine 3 Meter hohe Wand aus Glas oder Beton, darüber noch ein Meter Gitter. An den Seiten geht die Wand ein Stück nach vorn, den Rest schließt ein Metallgitter. Alle Maße im Detail findest du im Artikel zu den Padel Court Maßen.
Gespielt wird nach dem FIP-Regelwerk 2026 fast immer im Doppel. Es gibt zwar schmalere Einzel-Courts, die sind aber selten. Auf die Fläche eines Tennisplatzes passen zwei bis drei Padel-Courts. Das ist ein Grund, warum viele Tennisvereine gerade umbauen.
| Merkmal | Padel |
|---|
| Spielform | Doppel (zwei gegen zwei) |
| Court | 20 × 10 m, rundum Wände und Gitter |
| Netzhöhe | 88 cm Mitte, höchstens 92 cm außen |
| Schläger | kurz, ohne Saiten, mit Löchern |
| Aufschlag | von unten, auf oder unter Hüfthöhe |
| Zählweise | wie Tennis: 15, 30, 40, Spiel |
Wie läuft ein Ballwechsel ab? Die Wände spielen mit
Der Aufschlag kommt von unten. Du lässt den Ball hinter der Aufschlaglinie einmal aufspringen und triffst ihn auf oder unter Hüfthöhe, diagonal ins gegnerische Aufschlagfeld. Der Rückschläger muss den Ball erst aufspringen lassen. Danach ist alles offen: Du darfst den Ball direkt aus der Luft nehmen oder nach einem Aufsprung, auch wenn er vorher noch von der Rück- oder Seitenwand abprallt.
Eine Regel musst du dir von Anfang an merken. Der Ball muss im gegnerischen Feld zuerst den Boden berühren. Triffst du direkt die Wand der Gegner, ist der Punkt weg. Deine eigene Wand darfst du dagegen nutzen, um den Ball zurück über das Netz zu spielen. Wann ein Ball am Gitter noch gilt, ist der häufigste Streitpunkt auf Freizeit-Courts. Die Sonderfälle stehen im Ratgeber zu den Gitter-Regeln beim Padel, alle Grundregeln in den Padel Regeln für Anfänger.
Gezählt wird wie im Tennis: 15, 30, 40, Spiel, sechs Spiele für einen Satz. Bei 40:40 entscheidet in vielen Partien der Golden Point, ein einziger Punkt ohne Vorteil. Wie das genau funktioniert und was der neue Star Point ist, liest du in der Padel Zählweise.
Wer hat Padel erfunden? Von Acapulco nach Marbella
Die Geschichte beginnt in Mexiko. Laut dem Weltverband FIP hat Enrique Corcuera Padel 1969 auf seinem Anwesen Las Brisas in Acapulco erfunden. Manche Quellen nennen 1968, gemeint ist dieselbe Anlage. Corcuera baute einen kleinen, ummauerten Platz und verband die Wände, wie man sie vom baskischen Pelota kennt, mit Netz und Schlägern aus dem amerikanischen Paddle Tennis.
Nach Europa kam das Spiel über einen Freund. Prinz Alfonso de Hohenlohe besuchte Corcuera 1974 in Mexiko und ließ danach im Marbella Club Hotel die ersten beiden Courts Spaniens bauen. Von dort verbreitete sich Padel entlang der Costa del Sol. Argentinische Gäste sahen das Spiel dort Mitte der 1970er und brachten es nach Hause, die ersten Courts entstanden in Mar del Plata. In den Achtzigern wurde Padel in Argentinien zum Massensport.
Zwei Daten markieren den Schritt zum organisierten Sport. Am 12. Juli 1991 gründeten die Verbände aus Argentinien, Spanien und Uruguay in Madrid den Weltverband FIP. Ein Jahr später fand in Madrid und Sevilla die erste Weltmeisterschaft statt. Laut einer Übersichtsarbeit im Aspetar Sports Medicine Journal wurde dafür in Spanien erstmals mit Glaswänden gespielt. In Argentinien gab es sie schon seit 1989.
Padel, Paddle oder Padel-Tennis: woher der Name kommt
Der Name sorgt bis heute für Verwirrung. „Paddle Tennis“ ist eigentlich ein älteres Spiel aus den USA, gespielt auf einem kleinen Feld ohne Wände. Corcuera nannte seine Version mit Wänden anfangs „Paddle Corcuera“. Auf den Namen Padel haben sich die Verbände laut der Aspetar-Übersicht erst 1997 bei einem Treffen in Barcelona offiziell geeinigt.
Im Deutschen hörst du beides: Padel und Padel-Tennis. Gemeint ist dasselbe. Die Verbände schreiben Padel. „Paddel“ mit doppeltem d ist dagegen schlicht falsch geschrieben, auch wenn es oft gesucht wird.
Vom Urlaubsspiel zum Weltsport
Wie viele Menschen weltweit Padel spielen, hängt davon ab, wen du fragst. Der Global Padel Report 2026 von Playtomic und PwC kommt auf 19,4 Millionen Spieler, 58.300 Courts und knapp 20.000 Clubs. Die FIP nennt rund 35 Millionen Freizeitspieler. Der Unterschied liegt in der Zählweise, nicht im Sport. Playtomic rechnet bis 2028 mit rund 91.000 Courts weltweit.
Im Profisport gibt es seit 2024 nur noch eine große Tour, Premier Padel. Die frühere World Padel Tour wurde Ende 2023 von Qatar Sports Investments übernommen und eingestellt. Die FIP hat heute 100 Mitgliedsverbände.
Olympisch ist Padel bisher nicht. Bei den Spielen 2028 in Los Angeles ist es nicht im Programm. Einen ersten Auftritt bei einem großen Multisport-Event hatte Padel bei den Europaspielen in Krakau im Juni 2023, mit Wettbewerben im Herren-, Damen- und Mixed-Doppel.
Padel in Deutschland: von 130 auf über 2.000 Courts
Lange war Padel in Deutschland eine Randsportart für Urlaubsrückkehrer. Der Deutsche Padel Verband (DPV) wurde 2010 gegründet und ist das deutsche Mitglied im Weltverband FIP. Noch Anfang 2023 zählte der Deutsche Tennis Bund bundesweit nur 130 Courts an 41 Standorten.
Dann ging es schnell. In seiner Stellungnahme für den Sportausschuss des Bundestags nannte der DPV im März 2026 rund 1.200 Courts an etwa 300 Standorten und rund 8.000 lizenzierte Turnierspieler. Bis Jahresende hält er knapp 2.000 Courts für realistisch. Online-Platzverzeichnisse zählen im Oktober 2026 schon rund 2.300 Courts an rund 660 Standorten. Die Zahlen weichen ab, weil nicht jeder gleich zählt: Ein Verband erfasst seine Mitglieder, ein Verzeichnis jede buchbare Anlage.
Bezogen auf die Einwohner liegt Hamburg vorn, mit gut vier Courts pro 100.000 Einwohner, dahinter Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Wie viele Menschen in Deutschland in ihrer Freizeit Padel spielen, weiß niemand genau. Belastbare Zahlen gibt es nur für lizenzierte Spieler. Was eine Stunde auf dem Court bei dir kostet, steht in unserem Ratgeber Was kostet Padel wirklich.
Padel in Österreich, der Schweiz und Luxemburg
In Österreich ist Padel ähnlich schnell gewachsen. Das Wirtschaftsmagazin trend zählte im Juli 2026 470 bis 480 Courts und 100.000 bis 120.000 Spieler. Auf Verbandsebene ist die Lage unübersichtlich: Mit der Austrian Padel Union und dem Österreichischen Padel Verband konkurrieren zwei Verbände um die Zuständigkeit.
Für die Schweiz haben wir keine verlässliche Gesamtzahl gefunden. Sichtbar ist das Wachstum vor allem rund um Zürich, wo in den letzten Jahren mehrere Hallen mit fünf bis acht Courts eröffnet haben. In Luxemburg gehört Padel seit 2022 zum Tennisverband FLT, der auch die nationalen Meisterschaften ausrichtet. Eine verlässliche Gesamtzahl an Courts haben wir auch dort nicht gefunden.
| Land | Courts | Standorte | Quelle |
|---|
| Deutschland | ca. 2.300 | ca. 660 | Platzverzeichnisse, Okt. 2026 |
| Deutschland (Verband) | ca. 1.200 | ca. 300 | DPV, März 2026 |
| Österreich | 470 bis 480 | keine Angabe | trend, Juli 2026 |
| Schweiz | keine belastbare Zahl | keine Angabe | Stand Okt. 2026 |
| Luxemburg | keine belastbare Zahl | keine Angabe | Stand Okt. 2026 |
Ist Padel schwer zu lernen?
Nein, zumindest nicht am Anfang. Der Court ist klein, der Schläger kurz und der Aufschlag kommt von unten. Wer zum ersten Mal spielt, hat meist schon nach wenigen Minuten echte Ballwechsel. Dazu kommt das Doppel: Du stehst nie allein auf dem Platz und musst nur deine Hälfte abdecken.
Was Zeit braucht, ist das Spiel mit der Wand. Einen Ball nach dem Abprall von der Rückwand sauber zurückzuspielen, verlangt ein Gefühl für Winkel, das kaum jemand mitbringt. Tennisspieler kommen schnell rein, kämpfen aber oft mit dem kurzen Schläger und dem Drang, jeden Ball vor der Wand zu nehmen. Was sich für sie ändert, steht in den Padel Tipps für Tennisspieler. Einen ausführlichen Vergleich findest du unter Padel vs. Tennis, die Abgrenzung zu zwei weiteren Rückschlagspielen unter Padel vs. Pickleball vs. Squash.
Dein Weg auf den Court: die wichtigsten Ratgeber für den Einstieg
Für das allererste Mal brauchst du wenig: Sportschuhe mit Profil, bequeme Kleidung und einen Court. Schläger und Bälle kannst du fast überall leihen. Die folgende Übersicht führt dich zu den Artikeln, die deine nächste Frage beantworten.
Häufige Fragen zu Padel
Ist Padel olympisch?
Nein. Bei den Spielen 2028 in Los Angeles ist Padel nicht im Programm. Bei den Europaspielen 2023 in Krakau war es dagegen schon dabei.
Wo kommt Padel her?
Aus Mexiko. Enrique Corcuera hat das Spiel 1969 in Acapulco erfunden, groß wurde es danach in Spanien und Argentinien.
Wie viele Padelplätze gibt es in Deutschland?
Online-Platzverzeichnisse zählen im Oktober 2026 rund 2.300 Courts. Der Deutsche Padel Verband nannte im März 2026 rund 1.200 Courts, weil er anders zählt.
Heißt es Padel oder Paddel?
Padel. „Paddel“ mit doppeltem d ist falsch. Padel-Tennis meint denselben Sport.
Kann man Padel auch zu zweit spielen?
Ja, auf einem schmaleren Einzel-Court. Solche Courts sind aber selten, der Standard ist das Doppel.