FZ Forza X-Power im Überblick
„X-Power“ klingt nach einem Schläger, mit dem du möglichst schnell Druck machen sollst. FZ Forza selbst beschreibt ihn deutlich nüchterner: als Modell für Anfänger, die Kontrolle und Komfort suchen. Dazu passen der weiche Soft-EVA-Kern, die runde Form und der Mix aus 50 Prozent Carbon und 50 Prozent Glasfaser.
Das ist keine schlechte Nachricht. Wenn du gerade anfängst, bringt dir ein Schläger wenig, dessen Stärke erst bei sauber getroffenen Angriffsschlägen auftaucht. Für uns war die Frage deshalb nicht, ob er spektakulär ist, sondern ob er als erster Schläger taugt und ob er seinen Preis wert ist.
Spielgefühl
Auf dem Court wirkt der X-Power genau so, wie FZ Forza ihn beschreibt: weich und ruhig. Der Soft-EVA-Kern nimmt beim Kontakt viel Härte raus, und auch Bälle, die du nicht ganz mittig erwischst, kommen noch brauchbar zurück. Die runde Form hilft dabei, der Treffbereich ist groß und gutmütig.
Mit 355 bis 375 Gramm laut Hersteller und mittlerer Balance liegt er unauffällig in der Hand. Am Netz kommt er ohne Mühe nach oben, in der Abwehr lässt er sich gut führen. Ein Detail beim Kauf: Händler wie tennistown nennen 355 Gramm und Tropfenform, FZ Forza selbst gibt die runde Form und eine Spanne bis 375 Gramm an. Unser Testschläger war rund.
Wichtig, weil es den Charakter komplett ändert: Vom X-Power gibt es eine ältere Version mit hartem Kern, auf der Fläche steht dann „Hard EVA“. Getestet haben wir die aktuelle Version mit „Soft EVA“ (Modellnummer FZ220036). Bei Amazon zeigt das Produktbild noch die harte Version, schau dir also an, was auf dem Schläger steht, bevor du ihn behältst.
Power vs. Kontrolle
Power: Hier hält der Schläger nicht, was der Name verspricht. Der weiche Kern schluckt Tempo, statt es zu verstärken, und bei Smashes musst du den Druck selbst mitbringen. Der Carbon-Anteil macht die Fläche etwas stabiler als bei reinen Glasfaser-Schlägern, zum Power-Schläger wird er dadurch nicht. Für Einsteiger ist das eher ein Vorteil, weil du lernst, den Ball zu platzieren, statt ihn nur zu dreschen.
Kontrolle: Das ist seine eigentliche Aufgabe, und die erledigt er gut. Lobs aus der Ecke, Blocks am Netz und ruhige Bandejas lassen sich gut dosieren, der Ballabgang ist berechenbar. Die matte Fläche hat keine raue Spin-Struktur, viel Schnitt bringt sie nicht von selbst. Bei sehr harten Bällen vom Gegner gibt die weiche Fläche nach, das kostet etwas Präzision, ist auf Einsteigerniveau aber kaum ein Thema.
Fazit
Der FZ Forza X-Power ist ein solider, weicher Kontrollschläger für Einsteiger, der Name ist schlicht irreführend. Wer einen ersten Schläger sucht, mit dem sich sichere Ballwechsel lernen lassen, ist mit ihm gut bedient.
Das Problem ist der Preis. Für knapp 96 € bekommst du mit dem Nox X-One für rund 89 € oder dem Babolat Counter Origin für rund 99 € Schläger, die in unserem Test in Kontrolle und Handling noch einen Tick besser abgeschnitten haben. Der X-Power lohnt sich vor allem, wenn du ihn deutlich günstiger bekommst. Und beim Kauf gilt: Auf der Fläche muss „Soft EVA“ stehen.



