Einleitung
Die Zephyr-Reihe ist Heads Komfortlinie mit runder Form. Es gibt den Zephyr Pro, den normalen Zephyr und den UL, der mit rund 340 Gramm das leichteste Modell ist. Unser Testschläger ist die Version, die Head exklusiv über Amazon verkauft, technisch ist sie mit dem regulären Zephyr UL identisch: Glasfaser-Fläche, Comfort-Foam-Kern, Graphene 360+ im Rahmen, Balance bei rund 27 cm.
Er richtet sich an Leute, die gerade erst anfangen und noch nicht wissen, ob sie dabeibleiben. Und an Spieler, denen ein schwererer Schläger auf Dauer in den Arm geht. Uns hat interessiert, ob bei so wenig Gewicht überhaupt noch genug Länge in die Bälle kommt.
Spielgefühl
Das Treffgefühl ist weich. Die Glasfaser-Fläche gibt beim Kontakt nach, der Kern schluckt einen guten Teil der Vibrationen. Unsauber getroffene Bälle landen meistens trotzdem noch im Feld.
Am auffälligsten ist das Gewicht. Der Zephyr UL ist so leicht, dass du ihn am Netz fast ohne Ausholen in Position bringst, auch bei schnellen Reaktionsvolleys. Für Einsteiger, die oft zu spät am Ball sind, ist das eine echte Hilfe.
Die Kehrseite: Bei harten Bällen vom Gegner fehlt Masse hinter der Fläche. Der Schläger wird unruhiger, der Ball geht nicht ganz dahin, wo du ihn haben willst. Dafür hatten wir auch nach zwei Stunden kein Ziehen im Unterarm.
Power vs. Kontrolle
Power: Hier ist er klar schwach. Wer vom Tennis kommt, wird den Punch vermissen. Der weiche Kern und die Glasfaser nehmen Tempo raus, und das geringe Gewicht bringt wenig Masse in den Schlag. Für einen harten Smash musst du selbst viel Schwung mitbringen. Lange Bälle aus der Defensive gehen trotzdem ohne großen Kraftaufwand an die Grundlinie, weil du den Schläger so schnell beschleunigen kannst.
Kontrolle: Lobs, Bandejas und einfache Volleys gehen ruhig vom Schläger, der Ballabgang ist vorhersehbar. Eine raue Oberfläche hat er nicht, Slice kommt also nur aus der Technik. Der große Sweet Spot verzeiht viel, wenn du den Ball mal nicht mittig triffst. Genau das brauchst du in den ersten Monaten.
Fazit
Der Head Zephyr UL ist ein guter Schläger für absolute Einsteiger und für alle, die einen sehr leichten, armschonenden Schläger brauchen. Er ist schnell, verzeiht viel und macht die ersten Monate auf dem Court einfacher. Wer Druck sucht, ist hier falsch.
Gegenüber dem Wilson Optix V1 ist er leichter, ähnlich weich und noch einfacher am Netz zu führen. Bei Power und Kontrolle liegen beide in unserem Test gleichauf, der Optix V1 ist aber meist deutlich günstiger. Wenn du nach einem halben Jahr merkst, dass du mehr Druck willst, wirst du wahrscheinlich wechseln. Bis dahin macht der Zephyr UL für rund 93 € nichts falsch.



