Regeln

Padel Begriffe: Das Wörterbuch von Americano bis x3, einfach erklärt

Knapp 50 Padel-Begriffe in einem Satz erklärt: Court, Zählweise, Schläge, Wandspiel, Spielformen und Ausrüstung, dazu eine Übersicht Spanisch und Deutsch. Für alle, die auf dem Court nur Bahnhof verstehen.

Redaktion Padel-Pilot16. Oktober 20267 Min. Lesezeit

Redaktionell unabhängig.Wie wir testen

Padelspieler in weißem Shirt am Netz eines blauen Indoor-Courts, dahinter Gitter und weitere Courts

Padel Begriffe klingen für Neue oft wie Geheimsprache: „Spiel eine Chiquita, geh mit ans Netz, und bei 40:40 entscheidet der Golden Point“. Fast alle Fachwörter stammen aus dem Spanischen, weil der Sport über Spanien und Argentinien groß geworden ist. Hier findest du knapp 50 Begriffe, jeweils in einem oder zwei Sätzen erklärt und nach Themen sortiert: Court, Zählweise, Positionen, Schläge, Wandspiel und Ausrüstung. Wo eine Regel dahintersteht, gilt das FIP-Regelwerk 2026. Am Ende steht eine Übersicht Spanisch und Deutsch zum schnellen Nachschlagen.

Begriffe rund um Court und Wände

  • Court (Pista): das Spielfeld, innen 20 mal 10 Meter, rundum von Wänden und Gitter eingefasst. Alle Maße stehen im Artikel zu den Padel Court Maßen.
  • Wand (Pared): die festen Flächen aus Glas oder Beton. Laut FIP-Regelwerk müssen sie hart und glatt sein, damit der Ball gleichmäßig abprallt.
  • Gitter (Malla): das Metallgitter über und neben den Wänden. Der Ball springt dort weniger berechenbar ab, die Sonderfälle erklärt der Ratgeber zu Glas und Gitter beim Padel.
  • Aufschlaglinie: die Querlinie in jeder Hälfte, hinter der du aufschlägst und die beim Aufschlag die Grenze des Aufschlagfelds bildet.
  • Mittellinie: teilt den Bereich zwischen Netz und Aufschlaglinie in zwei Aufschlagfelder.
  • Tür (Puerta): die Öffnungen in der Seitenwand. Fliegt der Ball nach dem Aufsprung hinaus, darfst du ihn nur draußen spielen, wenn der Court eine ausreichende Sicherheitszone hat.
  • Außenspiel (Salida): das Hinterherlaufen und Zurückspielen eines Balls außerhalb des Courts. Nach FIP-Regelwerk braucht es dafür einen freien Bereich von mindestens 3 Metern Breite, 4 Metern Länge und 3 Metern Höhe.
  • Einzel-Court: schmalere Variante für eins gegen eins. Mehr im Artikel zu Padel im Einzel.

Zählweise und Aufschlag: Golden Point, Star Point, Let

  • Vorteil (Ventaja): die klassische Tennis-Zählweise. Bei 40:40 braucht ein Paar zwei Punkte in Folge, um das Spiel zu gewinnen.
  • Golden Point (Punto de oro): bei 40:40 entscheidet ein einziger Punkt das Spiel. Das rückschlagende Paar wählt, auf welcher Seite es den Aufschlag annimmt.
  • Star Point: im FIP-Regelwerk 2026 die dritte erlaubte Option. Es wird zunächst mit Vorteil gespielt. Gehen zwei Vorteile verloren und steht es zum dritten Mal Einstand, entscheidet ein einziger Punkt.
  • Tie-Break: bei 6:6 im Satz. Gewonnen hat, wer zuerst 7 Punkte mit 2 Punkten Abstand erreicht.
  • Let (Netz): der Aufschlag berührt das Netz und landet trotzdem im richtigen Feld. Er wird wiederholt, außer der Ball trifft vor dem zweiten Aufsprung das Gitter.
  • Aufschlagfehler: etwa, wenn der Ball über Hüfthöhe getroffen wird, außerhalb des Aufschlagfelds aufspringt oder nach dem Aufsprung direkt ins Gitter fliegt. Zwei Fehler in Folge kosten den Punkt.

Wie du im Match richtig zählst und welche Variante wann gilt, erklärt die Padel Zählweise. Technik und Regeln zum Aufschlag stehen unter Padel Aufschlag richtig lernen, alle Grundregeln auf einer Seite in den Padel Regeln für Anfänger.

Positionen und Spielformen: Drive, Revés, Americano

  • Drive: die rechte Seite im Doppel, benannt nach der Vorhand. Hier steht meist, wer konstant und sicher spielt. Bei Rechtshändern kommen Bälle über die Mitte auf die Rückhand.
  • Revés: die linke Seite, benannt nach der Rückhand. Bei Rechtshändern landen hohe Bälle über die Mitte hier auf der Vorhand, deshalb spielt links häufig, wer über Kopf stärker ist.
  • Australische Formation: eine Aufstellung beim Aufschlag, bei der der Partner auf derselben Seite steht wie der Aufschläger. Sie soll den Return über die Diagonale erschweren.
  • Nevera (Kühlschrank): eine Taktik, bei der ein Paar fast nur den schwächeren Gegner anspielt und den stärkeren „kalt stellt“.
  • Americano: Spielform mit wechselnden Partnern, jeder sammelt eigene Punkte. Wer am Ende die meisten hat, gewinnt.
  • Mexicano: ähnlich wie Americano, aber nach jeder Runde werden die Paarungen nach dem aktuellen Punktestand neu zusammengestellt.
  • King of the Court: Spielform über mehrere Courts, bei der Siegerpaare aufsteigen und Verliererpaare absteigen.
  • Playtomic Level: die Spielstärke-Einstufung der Buchungsplattform von 0 bis 7.

Regeln und einen Generator für die beliebtesten Formate findest du unter Padel Americano und Mexicano, die Einstufung erklärt Playtomic Level erklärt.

Schläge über Kopf: Bandeja, Víbora, Rulo, Por tres

  • Remate (Smash): der Schmetterball, ein harter Schlag über Kopf. Beim Padel bringt er nicht automatisch den Punkt, weil der Ball von der Rückwand zurückkommen kann.
  • Bandeja: spanisch für „Tablett“. Ein kontrollierter Überkopfschlag mit Unterschnitt gegen einen Lob, gespielt eher mit Gefühl als mit Kraft. Ziel ist, am Netz zu bleiben und den Ball flach von der Rückwand der Gegner kommen zu lassen.
  • Víbora: spanisch für „Viper“. Die angriffslustigere Schwester der Bandeja, mit mehr Tempo und Seitenschnitt, sodass der Ball flach und seitlich aus der Wand springt.
  • Rulo: ein Schmetterball mit Vorwärtsdrall, meist diagonal Richtung Gitter gespielt, wo der Ball schwer berechenbar abspringt. Manche Quellen nutzen den Begriff auch für einen Aufschlag mit Drall ins Gitter.
  • Por tres (x3): ein Schmetterball, der nach dem Aufsprung über die 3 Meter hohe Seitenbegrenzung aus dem Court fliegt. Ist kein Außenspiel erlaubt, ist der Punkt damit gewonnen.
  • Por cuatro (x4): ein flacher, harter Schmetterball nahe am Netz, der nach dem Aufsprung über die 4 Meter hohe Rückwand mit Gitter aus dem Court fliegt.
  • Tapar: das Abblocken eines Schmetterballs oder einer Bandeja direkt am Netz.

Wie du Bandeja, Víbora und Chiquita technisch spielst, steht in den Padel Schlagarten.

Schläge an der Wand: Salida, Bajada, Contrapared

  • Salida de pared: wörtlich „Ausgang aus der Wand“. Jeder Schlag, bei dem du den Ball nach dem Abprall von der Rückwand spielst.
  • Bajada (de pared): ein Angriffsschlag auf einen hohen Ball, meist nach einem Lob, der von der Rückwand auf Schulterhöhe oder höher zurückkommt.
  • Doppelte Wand (Doble pared): der Ball prallt nacheinander von Seiten- und Rückwand ab oder umgekehrt. Er wird langsamer, ist aber schwer vorherzusagen.
  • Contrapared: du schlägst den Ball gegen deine eigene Wand, damit er von dort über das Netz fliegt. Erlaubt, aber meist ein Notschlag.
  • Boast: aus dem Squash übernommen. Der Ball wird zuerst gegen die eigene Seitenwand gespielt, um ihn schräg über das Netz zu bringen.

Wie du jeden dieser Schläge aufbaust, erklärt der Ratgeber Padel Rückwand, Seitenwand und Bajada.

Weiche und taktische Schläge: Globo, Chiquita, Dejada

  • Globo (Lob): ein hoher Ball über die Netzspieler hinweg. Er ist der wichtigste Schlag, um die Gegner vom Netz zu vertreiben und selbst nach vorn zu kommen.
  • Chiquita: ein langsamer, flacher Ball von hinten, der den Netzspielern vor die Füße fällt. Sie müssen ihn von unten spielen, und du kannst nachrücken.
  • Dejada (Stopp): ein weicher Ball mit Unterschnitt, der kurz hinter dem Netz aufspringt und kaum weiterläuft.
  • Volley (Volea): ein Schlag aus der Luft, bevor der Ball aufspringt, meist am Netz.
  • Moco: ein langsamer, sicherer Ball ohne Risiko, typisch in engen Punkten.
  • Cadete: ein Schlag hinter dem Rücken statt einer normalen Rückhand. Sieht spektakulär aus, ist aber selten die beste Lösung.

Schläger und Ausrüstung: von Pala bis Paletero

  • Pala: das spanische Wort für den Padelschläger. Nach FIP-Regelwerk darf er insgesamt höchstens 45,5 Zentimeter lang, 26 Zentimeter breit und 38 Millimeter dick sein.
  • Sicherheitsschlaufe: das Band am Griff, das du ums Handgelenk legst. Laut Regelwerk ist es Pflicht und höchstens 35 Zentimeter lang.
  • Rund, Tropfen, Diamant: die drei Grundformen des Schlägerkopfs, von kontrolliert bis kraftvoll. Den Vergleich findest du unter Padel Schlägerformen.
  • Balance: wo der Schwerpunkt des Schlägers liegt. Kopflastig bringt mehr Wucht, grifflastig mehr Kontrolle.
  • Härte: wie fest der Schaumkern ist. Weiche Schläger schonen den Arm, harte geben bei schnellen Schlägen mehr Präzision. Mehr dazu unter Gewicht, Balance und Härte.
  • EVA und Foam: die zwei üblichen Kernmaterialien. EVA ist in der Regel fester, Foam weicher und dämpfender.
  • 3K, 12K, 18K: Angaben zum Carbongewebe der Schlagfläche. Die Zahl steht laut Herstellern für Tausende Fasern pro Strang, mehr heißt aber nicht automatisch besser.
  • Overgrip: das dünne Griffband über dem Originalgriff. Wie du damit die Griffstärke anpasst, erklärt der Overgrip-Guide.
  • Paletero: die Schlägertasche, meist mit eigenem Fach für zwei oder mehr Schläger.

Übersicht: Spanisch und Deutsch auf einen Blick

SpanischDeutschKurz gesagt
PistaCourt20 × 10 m mit Wänden
ParedWandGlas oder Beton
MallaGitterMetall, unberechenbarer Abprall
Punto de oroGolden Pointein Punkt bei 40:40
GloboLobhoch über die Netzspieler
VoleaVolleySchlag aus der Luft
RemateSchmetterballharter Schlag über Kopf
Bandeja„Tablett“kontrollierter Überkopfschlag
Víbora„Viper“Überkopf mit Seitenschnitt
DejadaStoppkurz hinter das Netz
Salida de paredSchlag nach der Wandnach dem Abprall hinten
ContraparedGegenwandgegen die eigene Wand
PalaSchlägermax. 45,5 cm lang
PaleteroSchlägertascheTasche mit Schlägerfach

Häufige Fragen zu Padel Begriffen

Was ist der Unterschied zwischen Bandeja und Víbora?

Die Bandeja ist kontrolliert und soll dich am Netz halten. Die Víbora ist schneller, mit mehr Seitenschnitt, und will den Punkt eher selbst entscheiden.

Was bedeutet x3 beim Padel?

x3 steht für Por tres: ein Schmetterball, der nach dem Aufsprung über die Seitenbegrenzung aus dem Court fliegt. Ist kein Außenspiel erlaubt, ist der Punkt damit gewonnen.

Was ist der Unterschied zwischen Golden Point und Star Point?

Beim Golden Point entscheidet schon der erste Einstand. Beim Star Point wird zweimal mit Vorteil weitergespielt, erst der dritte Einstand wird mit einem Punkt entschieden.

Ist Revés die stärkere Seite?

Nein, nicht automatisch. Bei Rechtshändern kommen links mehr hohe Bälle auf die Vorhand, deshalb steht dort oft, wer über Kopf stärker ist. Für den Anfang lohnt es sich, beide Seiten auszuprobieren.

Warum sind die Padel-Begriffe spanisch?

Weil der Sport über Spanien und Argentinien groß geworden ist. Die meisten Profis und Trainer sprechen Spanisch, und die Fachwörter haben sich weltweit gehalten.

Quellen

Über Redaktion Padel-Pilot

Padel-Redaktion

Wir testen und erklären Padel seit 2024. Unser Ziel: kompakt, verständlich und ohne Marketing-Blabla, damit du schneller auf dem Court stehst.