Technik

Padel Lob und Volley: So gewinnst du das Netz und hältst es

Wann du volley spielen darfst, wie du Volley und Lob sauber aufbaust und wohin die Bälle gehören. Mit Zahlen aus Profi-Studien und zwei Übungen für Einsteiger und Hobbyspieler.

Redaktion Padel-Pilot17. Oktober 20267 Min. Lesezeit

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Padelspieler in Bereitschaftsstellung mit dem Schläger vor dem Körper, sein Partner steht dahinter auf dem blauen Indoor-Court

Padel Volley und Lob sind ein Paar: Mit dem Lob vertreibst du die Gegner vom Netz, mit dem Volley hältst du das Netz, sobald du selbst vorn stehst. Volleys sind beim Padel erlaubt, nur den Aufschlag musst du erst aufspringen lassen. Beide Schläge kommen in fast jedem Ballwechsel vor, und Freizeitmatches entscheiden sich oft daran, welches Paar sie sicherer spielt. Hier liest du, welche Regeln gelten, wie du Volley und Lob Schritt für Schritt aufbaust, wohin die Bälle gehören und mit welchen zwei Übungen du schnell sicherer wirst.

Darf man beim Padel volley spielen? Die drei Regeln

Ja. Nach dem FIP-Regelwerk 2026 darfst du jeden Ball im Ballwechsel aus der Luft nehmen. Drei Regeln solltest du dabei kennen:

  • Kein Volley beim Return: Den Aufschlag musst du in deinem Aufschlagfeld aufspringen lassen, bevor du ihn spielst.
  • Finger weg vom Netz: Berührst du mit Schläger, Körper oder Kleidung das Netz, solange der Ball im Spiel ist, ist der Punkt verloren.
  • Nicht übers Netz greifen: Du darfst den Ball erst schlagen, wenn er das Netz auf deine Seite überquert hat.

Alle weiteren Grundregeln stehen in den Padel Regeln für Anfänger, wie du selbst richtig aufschlägst, unter Padel Aufschlag richtig lernen.

Warum Lob und Volley Matches entscheiden

Beim Padel greift fast immer das Paar am Netz an, das Paar hinten verteidigt. Das Paar am Netz gewinnt rund vier von fünf Punkten, diese Zahl zitieren die Autoren einer Lob-Studie aus einer älteren Untersuchung. Der Weg ans Netz führt meist über den Lob, und wer vorn steht, muss Volleys spielen.

Eine Auswertung von Profi-Matches der World Padel Tour 2020 im Fachjournal Sports zeigt, wie zentral beide Schläge sind. Ein Ballwechsel dauert dort im Schnitt 10 bis 11 Schläge. Der Lob kommt bei den Männern in 76 bis 81 Prozent aller Ballwechsel vor, bei den Frauen in 85 bis 86 Prozent. Volleys sind fast genauso häufig: Rückhand-Volleys tauchen in 59 bis 78 Prozent der Ballwechsel auf, Vorhand-Volleys in 57 bis 64 Prozent. Für Freizeitspieler gibt es solche Daten nicht, das Prinzip ist aber dasselbe.

Der Volley Schritt für Schritt

  1. Griff: Halte den Schläger im Kontinentalgriff, also mit dem V zwischen Daumen und Zeigefinger auf der oberen Kante. So spielst du Vorhand und Rückhand ohne umzugreifen. Wie du ihn findest, steht im Ratgeber zur Padel Griffhaltung.
  2. Bereitschaft: Der Schläger steht vor dem Körper, der Schlägerkopf etwa auf Brusthöhe. Die Knie sind leicht gebeugt.
  3. Kurz ausholen: Der britische Tennis- und Padelverband LTA rät zu einer kurzen Ausholbewegung auf beiden Seiten. Beim Volley holst du kaum aus, sondern stellst den Schläger in den Ball.
  4. Vor dem Körper treffen: Triff den Ball vor dir, nicht neben oder hinter dir. Mach dabei einen kleinen Schritt nach vorn in den Ball.
  5. Platzieren statt prügeln: Ein Volley lebt von der Richtung. Ein leichter Unterschnitt hält den Ball flach.

Stell dich am Netz nicht zu nah an die Netzkante. Wer direkt am Netz klebt, wird leicht überlobt und riskiert, das Netz zu berühren. Ein Stück dahinter hast du Zeit für Volleys und kommst noch an hohe Bälle.

Tennisspieler kennen den Volley, spielen ihn beim Padel aber oft zu hart. Was sich für sie ändert, steht in den Padel Tipps für Tennisspieler.

Wohin mit dem Volley?

Die Frage ist nicht, wie hart du spielst, sondern wohin. Drei Ziele decken die meisten Situationen ab:

SituationZielWarum
Gegner stehen hintentief in die Eckedrängt sie an die Wand
Gegner rücken nach vornin die Füßesie müssen von unten spielen
Unsicher, Ball tiefdurch die Mitteverunsichert beide Gegner

Ein hoher Ball über Kopf ist kein normaler Volley mehr. Dafür gibt es Bandeja und Víbora, die wir in den Padel Schlagarten erklären.

Der Lob Schritt für Schritt

  1. Früh erkennen: Stehen beide Gegner am Netz und du hinten, ist der Lob fast immer die richtige Wahl.
  2. Schlagfläche öffnen: Die Schlagfläche zeigt leicht nach oben. Du schwingst von unten nach oben durch den Ball.
  3. Hoch genug: Der Ball muss so hoch fliegen, dass die Gegner ihn mit ausgestrecktem Schläger nicht mehr erreichen.
  4. Lang genug: Ziel ist der Bereich kurz vor der gegnerischen Rückwand. Ein zu kurzer Lob ist eine Einladung zum Schmetterball.
  5. Langer Ausschwung: Lass den Schläger nach dem Treffpunkt weit nach oben ausschwingen, das gibt Länge und Kontrolle.

Der Lob funktioniert auch nach der Wand. Kommt der Ball von deiner Rückwand zurück, ist ein hoher Lob oft die sicherste Antwort.

Wohin lobben? Mitte, Linie oder Diagonale

Der Lob muss nicht durchkommen, um zu wirken. Eine Studie mit 2.063 Lobs aus der Profi-Tour Premier Padel 2024 zeigt: Bei den Männern flogen nur 16,3 Prozent an beiden Gegnern vorbei, bei den Frauen 26,1 Prozent. Die übrigen wurden abgefangen. Selbst dann hat der Lob oft seinen Zweck erfüllt, denn die Gegner mussten nach hinten oder über Kopf spielen, und aus dieser Lage ist ein direkter Punkt schwerer.

Bei der Richtung gibt die Studie einen Hinweis. Bei den Männern kamen Lobs durch die Mitte häufiger durch als diagonale. Die Autoren werten das selbst nicht ganz einheitlich aus, als Faustregel für Einsteiger taugt es trotzdem: Ein Lob durch die Mitte zwingt beide Gegner zu entscheiden, wer ihn nimmt. Über die Rückhandseite des Gegners zu lobben, ist eine zweite gute Wahl, weil hohe Rückhandbälle für viele Spieler schwer sind.

Nach dem Lob: gemeinsam ans Netz

Ein guter Lob ist nur die halbe Arbeit. Fliegt er über die Gegner, rückt ihr beide sofort nach vorn, nebeneinander und auf gleicher Höhe. Bleibt einer hinten, entsteht in der Mitte eine Lücke. Eine Studie zu den Finals der World Padel Tour 2018 der Frauen kam zu dem Ergebnis, dass der Lob der wirksamste Schlag ist, um die Netzposition zu erobern.

Wird dein Lob dagegen mit einer Bandeja abgefangen, bleibst du hinten und wartest auf den nächsten Ball. Zu früh nach vorn zu laufen, ist einer der häufigsten Fehler in Freizeitmatches. Wenn du noch ganz am Anfang stehst, hilft dir der Ratgeber Wie spielt man Padel: die erste Stunde.

Die häufigsten Fehler bei Lob und Volley

  • Volley zu hart: Wer jeden Volley als Gewinnschlag spielt, schlägt viele ins Gitter oder ins Aus.
  • Zu weit ausgeholt: Eine große Ausholbewegung kostet am Netz Zeit, der Ball ist schneller da.
  • Zu nah am Netz: Wer am Netz klebt, wird überlobt und berührt leicht das Netz.
  • Lob zu kurz: Ein Lob, der vor der Aufschlaglinie landet, kommt als Schmetterball zurück.
  • Nach dem Lob stehen bleiben: Fliegt der Lob durch und ihr rückt nicht nach, verschenkt ihr den Vorteil.
  • Volley-Return: Den Aufschlag aus der Luft zu nehmen, ist ein Fehler und kostet den Punkt.

Zwei Übungen für Lob und Volley

  1. Halbes Feld: Einer steht am Netz, einer hinten, gespielt wird nur auf einer Hälfte des Courts. Der Spieler hinten spielt flach, der Spieler vorn antwortet mit Volleys in die Ecke. Nach zehn Bällen wird getauscht. Ein ähnliches Spiel im halben Feld empfiehlt auch die LTA für Einsteiger.
  2. Lob und Nachrücken: Ein Paar steht am Netz, das andere hinten. Das hintere Paar muss jeden Ball mit einem Lob beantworten und nach einem guten Lob gemeinsam nach vorn laufen. Wer zuerst fünfmal das Netz erobert, gewinnt.

Beide Übungen lassen sich gut vor einem Padel Americano einbauen, wenn ihr zu viert seid.

Häufige Fragen zu Lob und Volley

Darf man beim Padel volley spielen?

Ja. Im Ballwechsel darfst du jeden Ball aus der Luft nehmen. Nur den Aufschlag musst du aufspringen lassen.

Darf man den Aufschlag volley zurückspielen?

Nein. Nach Regel 8 des FIP-Regelwerks muss der Aufschlag im Aufschlagfeld aufspringen, bevor du ihn spielst.

Was passiert, wenn ich beim Volley das Netz berühre?

Du verlierst den Punkt. Das gilt für Schläger, Körper und Kleidung, solange der Ball im Spiel ist.

Wie oft kommt ein Lob bei Profis durch?

16 bis 26 Prozent der Lobs fliegen an beiden Gegnern vorbei, bei den Männern weniger als bei den Frauen. Die übrigen werden abgefangen, drängen die Gegner aber trotzdem nach hinten.

Welcher Griff ist für den Volley richtig?

Der Kontinentalgriff. Mit ihm spielst du Vorhand- und Rückhand-Volley ohne umzugreifen, das ist am Netz entscheidend.

Quellen

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