Technik

Padel Griffhaltung: So hältst du den Schläger richtig (Kontinentalgriff)

Wie du den Kontinentalgriff in drei Schritten findest, wie fest du zupacken solltest und wann sich Umgreifen lohnt. Für Einsteiger und Tennisumsteiger, die ihren Griff von Anfang an sauber aufbauen wollen.

Redaktion Padel-Pilot17. Oktober 20267 Min. Lesezeit

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Blick von oben auf eine Hand, die einen Padelschläger am Griff hält, die Sicherheitsschlaufe liegt um das Handgelenk, daneben zwei Bälle auf dem Court

Die richtige Padel Griffhaltung ist der Kontinentalgriff, oft auch Hammergriff genannt. Du hältst den Schläger, als wolltest du mit seiner Kante einen Nagel einschlagen: Das V zwischen Daumen und Zeigefinger liegt auf der oberen schmalen Kante des Griffs. Mit diesem Griff spielst du Vorhand, Rückhand, Volley, Aufschlag und Schmetterball, ohne umzugreifen. Dazu kommt ein lockerer Druck, fester wird es erst im Treffpunkt. Hier liest du, wie du den Griff in drei Schritten findest, welche Fehler typisch sind und was die Griffhaltung mit deinem Ellenbogen zu tun hat.

Was ist die richtige Griffhaltung beim Padel?

Beim Padel gibt es einen Grundgriff, und das ist der Kontinentalgriff. Laut einer spanischen Studie zum Volley nutzen ihn die meisten Spieler, nur die erfahrensten wechseln je nach Schlag den Griff.

Der Grund liegt im Tempo des Spiels. Am Netz fliegen die Bälle so schnell hin und her, dass für ein Umgreifen keine Zeit bleibt. In Spitzenspielen ist der Volley der häufigste Schlag, er macht rund ein Viertel aller Schläge aus. Der Kontinentalgriff sitzt neutral zwischen Vorhand und Rückhand, und die Schlagfläche steht leicht offen. Das passt zum Unterschnitt, mit dem beim Padel viele Bälle gespielt werden, und zum Spiel nach der Wand. Wie du den Volley selbst aufbaust, steht im Ratgeber Padel Lob und Volley.

So findest du den Kontinentalgriff in drei Schritten

  1. Schläger hochkant halten: Nimm den Schläger mit der freien Hand am Hals und halte ihn vor dir, sodass der Rahmen nach oben und unten zeigt.
  2. V auf die Kante legen: Leg die Schlaghand so an den Griff, dass das V zwischen Daumen und Zeigefinger genau auf der oberen schmalen Kante liegt.
  3. Umschließen wie beim Handschlag: Schließ die Finger um den Griff. Der Zeigefinger liegt leicht abgespreizt, etwa wie beim Abzug einer Pistole. Das gibt dir mehr Gefühl für die Schlagfläche.

Zur Kontrolle machst du ein paar Probeschwünge in der Luft, abwechselnd Vorhand und Rückhand. Fühlt sich beides natürlich an, ohne dass du die Hand drehen willst, sitzt der Griff. Zwischen den Schlägen hält die freie Hand den Schläger leicht am Hals. So rutscht der Griff nicht weg, und du findest nach jedem Ballwechsel schneller zurück.

Wie fest solltest du den Schläger halten?

Lockerer, als die meisten denken. Wer den Griff dauerhaft fest umklammert, wird steif im Handgelenk, verliert Gefühl und ermüdet den Unterarm. Halte den Schläger zwischen den Schlägen so locker, dass er gerade nicht wackelt. Kurz vor dem Treffpunkt greifst du fester zu, im Ausschwung lässt du wieder locker.

Das hat auch mit Gesundheit zu tun. Laut einer Übersicht im Aspetar Sports Medicine Journal lockern erfahrene Spieler den Griff im Ausschwung, und das senkt die Belastung am äußeren Ellenbogen um fast 30 Prozent gegenüber Amateuren, die fest zupacken. Eine Quelle für diese Zahl nennt die Übersicht nicht, nimm sie also eher als grobe Richtung.

Brauchst du für jeden Schlag einen anderen Griff?

Nein, nicht als Einsteiger. Mit dem Kontinentalgriff spielst du fast alle Schläge, vom Volley über die Bandeja bis zum Aufschlag. Fortgeschrittene drehen die Hand bei einzelnen Schlägen leicht in den Eastern-Griff, um mehr Druck zu machen. Das kommt später und braucht viele Stunden auf dem Court.

GriffErkennst du anWofür
Kontinental (Hammer)V auf der oberen Kantefast alle Schläge, Standard
EasternHand etwas weiter hinter den Griff gedrehtmehr Druck bei Vorhand und Rückhand, nur Fortgeschrittene
Bratpfanne (Western)Schlagfläche zeigt flach nach obenbeim Padel ungeeignet

Der Eastern-Griff hat einen Haken. Laut einer Übersichtsarbeit im Journal of Ultrasound belastet er die Sehnen an der Daumenseite des Handgelenks stärker. Wie du die Spezialschläge im Kontinentalgriff aufbaust, steht in den Padel Schlagarten, den Aufschlag erklärt Padel Aufschlag richtig lernen.

Vom Tennis zum Padel: den Vorhandgriff umstellen

Viele Tennisspieler halten den Schläger im Semi-Western- oder Western-Griff, weil er für Topspin-Vorhände gemacht ist. Beim Padel bremst er dich aus. Volleys werden wacklig, die Bandeja gelingt kaum, und die Rückhand verlangt jedes Mal ein Umgreifen, für das am Netz keine Zeit bleibt.

Die Umstellung fühlt sich in den ersten Stunden falsch an, die Vorhand kommt anfangs flacher und schwächer. Das legt sich. Kontrollier den Griff in den ersten Wochen nach jedem Ballwechsel. Weitere Unterschiede für Umsteiger stehen in den Padel Tipps für Tennisspieler.

Griffhaltung, Ellenbogen und Handgelenk

Der Griff ist nicht die einzige Ursache für einen Tennisellenbogen, aber eine der wenigen, die du sofort ändern kannst. Zwei Punkte nennen die sportmedizinischen Übersichten zum Padel. Erstens der Druck: Wer dauerhaft fest zupackt, überträgt mehr Wucht auf die Sehnen am äußeren Ellenbogen. Zweitens das Handgelenk: Freizeitspieler knicken es bei der Rückhand im Treffpunkt eher ab, geübte Spieler halten es gestreckt. Das Abknicken belastet die Streckmuskeln am Unterarm.

Merkst du nach dem Spielen ein Ziehen im Ellenbogen, prüf zuerst Griffdruck und Handgelenk. Hilft das nicht, lies die Hinweise zu Padel Verletzungen und schau dir die armschonenden Padelschläger an. Ein kurzes Aufwärmen vor dem Padel mit Übungen für Unterarm und Handgelenk gehört ebenfalls dazu.

Griffstärke und Overgrip: wenn der Griff nicht passt

Auch der beste Kontinentalgriff hilft wenig, wenn der Griff zu dünn oder zu dick für deine Hand ist. Laut der Aspetar-Übersicht kann eine falsche Griffstärke den Ellenbogen überlasten. Ist der Griff zu dünn, packst du automatisch fester zu. Ist er zu dick, fehlt dir Gefühl im Handgelenk.

Die Griffstärke passt du mit einem Overgrip an, und bei schwitzigen Händen hilft ein Overgrip mit Löchern. Wie viele Lagen du brauchst und wie du sie wickelst, erklärt der Overgrip-Guide. Wie Gewicht, Balance und Härte des Schlägers mit dem Griffgefühl zusammenhängen, liest du unter Gewicht, Balance und Härte.

Die Sicherheitsschlaufe: Pflicht und richtig angelegt

Am Griffende jedes Padelschlägers hängt eine Schlaufe. Nach dem FIP-Regelwerk 2026 ist sie Pflicht. Sie darf nicht elastisch und höchstens 35 Zentimeter lang sein und wird ums Handgelenk getragen. Auf einem Court mit vier Spielern und Glaswänden verhindert sie, dass ein Schläger beim Ausrutschen durch die Luft fliegt.

Leg die Schlaufe an, bevor du den Griff suchst. Schieb die Hand durch und dreh die Schlaufe einmal, sodass sie eng am Handgelenk anliegt. Dann rutschst du mit der Hand in den Kontinentalgriff, ohne dass die Schlaufe stört.

Griffhaltung für Linkshänder

Für Linkshänder gilt alles genauso, nur spiegelverkehrt. Das V liegt ebenfalls auf der oberen Kante, die freie rechte Hand führt den Schläger am Hals. Auf welcher Seite du im Doppel spielst, ändert am Griff nichts.

Die häufigsten Fehler beim Griff

  • Bratpfannengriff: Die Schlagfläche zeigt nach oben, wie beim Pfannenstiel. Volleys und Bälle über Kopf werden damit unkontrolliert.
  • Zu fest zugepackt: Der Unterarm wird steif, das Gefühl geht verloren, und der Ellenbogen leidet.
  • Finger dicht zusammen: Ohne leicht abgespreizten Zeigefinger fehlt die Kontrolle über die Schlagfläche.
  • Handgelenk knickt ab: Bei der Rückhand bleibt das Handgelenk im Treffpunkt gestreckt.
  • Griff verrutscht unbemerkt: Nach ein paar Ballwechseln sitzt die Hand oft wieder im alten Griff. Die freie Hand am Hals hilft dagegen.

Eine Übung für den Kontinentalgriff

Für diese Übung brauchst du nur eine Wand und einen Ball. Stell dich seitlich ein paar Meter davor und spiel den Ball im Kontinentalgriff locker gegen die Wand, erst nur mit der Vorhand, dann nur mit der Rückhand, dann abwechselnd. Kleb dir eine Haftnotiz als Ziel an die Wand. Wichtig ist, dass du zwischen Vorhand und Rückhand nicht umgreifst. Schon ein paar Minuten vor jedem Spiel helfen, den Griff zu festigen, bis er sich von selbst richtig anfühlt.

Häufige Fragen zur Padel Griffhaltung

Welchen Griff nimmt man beim Padel?

Den Kontinentalgriff, auch Hammergriff genannt. Mit ihm spielst du fast alle Schläge, ohne umzugreifen.

Muss ich zwischen Vorhand und Rückhand umgreifen?

Nein. Im Kontinentalgriff spielst du beide Seiten mit derselben Haltung, das ist gerade am Netz entscheidend.

Kann ich den Tennis-Vorhandgriff behalten?

Besser nicht. Er erschwert Volleys, Bandeja und Rückhand. Die Umstellung fühlt sich anfangs ungewohnt an, lohnt sich aber.

Wie fest soll ich den Padelschläger halten?

Locker. Zwischen den Schlägen gerade so fest, dass er nicht wackelt, kurz vor dem Treffpunkt fester, im Ausschwung wieder locker.

Muss ich die Schlaufe am Padelschläger tragen?

Ja. Nach dem FIP-Regelwerk ist die Sicherheitsschlaufe Pflicht und wird ums Handgelenk getragen.

Quellen

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